Alois
Alois (*296 bei Ransbach-Baumbach) gehört zur Dienerschaft der Familie von Schwarzenfels. Er lebt auf Festung Sturmhöhe und begleitet die Herrschaften auf Reisen. Sein Rufname lautet Loisel und trifft seinen einfachen, aber fröhlichen Charakter sehr gut.
Leben
Alois entstammt einer einfachen Händlerfamilie und verlor in frühen Jahren seine Eltern durch Tuberkulose. Er wuchs behütet bei den Geschwistern, der Mutter auf. Mit seinem 9. Lebensjahr stand die Aufnahmeprüfung in eine der Berufsgilden an, da die eigenen Söhne bereits das Handelsgeschäft übernehmen sollten. Jedoch konnte Alois sich bei keiner der Handwerkergilden durch irgendeine Begabung hervortun. Glücklicherweise suchte eines der ansässigen, wenn auch wenig bedeutungsvollen, Adelshäuser derer von Furthen noch eine Hilfe für deren alternden Kammerdiener. Die Familie willigte ein, froh den eher talentfreien Jungen in ein stabiles Umfeld zu geben.
Ein erster Weg
Alois, der froh war endlich eine Berufung gefunden zu haben, engagierte sich - im Rahmen seiner Möglichkeiten - leidenschaftlich, es den neuen Herren recht zu machen. Es kostete den alternden und sehr gut ausgebildeten Kammerdiener Jakobus Merikus aus Lauffen auch noch die letzten verbliebenen grauen Haare, den jungen Alois auf Spur zu bringen. Man musste ihn einfach gernhaben, wenn man nicht damit beschäftigt war, die Spur der Verwüstung hinter ihm aufzuräumen. Aber die alternden Herrschaften liebten den Jungen und tolerierten sein angeborenes Missgeschick und den stetigen Fluch ungeahnter Minikatastrophen. Was er an Chaos anrichtete, machte er mit Charme und angeborener Unschuldigkeit wieder wett.
Und so spielt das Leben
Im Jahr ‘326 verstarb die alte Witwe und letzte verbliebene Dame des Hauses von Furthen ohne Nachkommen. Die Dienerschaft wurde aus dem Nachlass großzügig abgefunden und anschließend von den verbliebenen Erben auf die Straße gesetzt. Alois, dem nie in den Sinn gekommen wäre, dass sein angenehmes Leben so abrupt aus den Fugen hätte geraten können, stand natürlich überfordert dar. Es fanden sich schnell falsche Freunde, die ihn und seine Einfachheit ausnutzten und um sein weniges Geld brachten. Es folgte eine schwere Zeit als Tagelöhner und Alois war durch sein “Ungeschick” sehr viel Gewalt ausgesetzt.
Das Glück ist mit den Einfachen
Mit der Proklamation der Herzogs im Jahr ‘328, dass Rhuarc von Schwarzenfels in den Adelsstand erhoben werde und fortan die Baronie Schwarzenfels führen würde, machte sich Alois mit einem Bündel Proviant und seinem letzten Besitz (einer alten Dieneruniform) auf den Weg, um sich als Kammerdiener zu bewerben. Ihm sollte das Glück hold bleiben, denn er konnte die Baronin Kahlan von Schwarzenfels bei seiner Vorstellung davon überzeugen, ein ehrlicher und loyaler Kammerdiener zu sein. Sie erkannte das einfache, aber sanfte und gute Gemüt und drückte beide Augen zu, als der freudige Alois gleich beim Nachmittagsempfang wild stolpernd seinen ersten großen Auftritt hatte. Niemand hätte es für möglich gehalten mit zwei Glasböden und den darauf befindlichen Kuchen eine derartige Spur der Verwüstung durch die Empfangshalle zu legen. Während allen Anwesenden der Atem stockte - die Kuchen flogen, das Glas barst in tausend Stücke, die Zierrüstung kippte scheppernd um -, lachte die Baronin laut auf und sagte zu den Gästen: ”Darf ich vorstellen, unser Kammerdiener Loisel. Der Kuchen fällt damit wohl aus, wir ziehen das Abendessen dann vor. Wer statt Kaffee nun bereits Wein oder einen Aperitif wünscht, Loisel wird sich darum gerne kümmern”. Derweil beseitigte Alois behände des Malheurs. Das Eis war gebrochen, die Gäste lachten ebenfalls herzlich und vertieften sich wieder in die Staatsgeschäfte. Die Baronin lächelte freundlich, denn sie hatte gesehen, dass die kleine bellende Teppichratte Abakus (ein eher linkischer alter Jagddackel) wieder einen seiner Nageknochen an der Tür hatte liegen lassen, den Loisel nicht hätte sehen können.