Kretzmann: Unterschied zwischen den Versionen
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Nicht nur in Lehmbrück, sondern auch in den umliegenden Gegenden kannte man '''Kretzmann''' als zuverlässigen und durchaus talentierten Schmied, welcher | Nicht nur in Lehmbrück, sondern auch in den umliegenden Gegenden kannte man '''Kretzmann''' als zuverlässigen und durchaus talentierten Schmied, welcher qualitativ hochwertige Hufeisen, Pflüge und weitere Arbeitsutensilien herzustellen wußte. Über die Grenzen hinaus bekannt wurde '''Kretzmann''' allerdings für sein außergewöhnliches Pech, welches ihn Zeit seines Lebens verfolgte. Aufgewachsen als der Sohn des '''Lehmbrücker''' Schmieds, war '''Kretzmanns''' Werdegang vorherbestimmt. Unter seinem Vater lernte er das Handwerk von der Pike auf und übernahm nach dessen Tod auch die alte Schmiede, welche bereits damals (durch Unwetter und den Zahn der Zeit) in einem erneuerungswürdigen Zustand gewesen war. So war es zwar tragisch, nicht aber ungewöhnlich als durch einen nächtlichen Blitzeinschlag das Gemäuer Feuer fing und bis auf die Grundpfeiler abbrannte. '''Kretzmann''', ein Mann der Tat, fing direkt am nächsten Tag an, die Trümmer abzureißen und errichtete im Verlauf nur eines Jahres mithilfe einiger Freunde und Verwandten eine neue Schmiede, in der er seiner Profession nachgehen konnte. Leider war ihm das Schicksal nicht hold und nur fünf Jahre nach diesem Unglück wurde '''Lehmbrück''' Opfer eines feigen Angriffs von Wilden, welche des Nachts über das Dorf herfielen und alles nahmen, was nicht nied und nagelfest war. Zum Glück für die Einwohner regnete es in dieser Nacht recht heftig, so dass die Niederbrennung des Dorfes misslang. Lediglich die Schmiede fiel den Flammen zum Opfer, weil sie aufgrund der vergangegen Erfahrungen besonders beständig gegen Niederschlag gebaut worden war und der Regen die gelegten Flammen nicht rechtzeitig löschen konnte. So kam es, dass innerhalb weniger Jahre die Schmiede zum zweiten mal aufgebaut werden musste. Und auch, wenn '''Kretzmann''' sichtlich gezeichnet von diesen Schicksalsschlägen war, so erstand bald wieder eine neue Schmiede aus den Ruinen. Doch erneut spottete das Schicksal über den Schmied und so erfolgte eines Tages ein heftiger Funkenflug der Esse und die Holzplanken des Daches gerieten in Brand. Zwar entwickelte sich der Brand nur langsam und normaler Weise hätte '''Kretzmann''' das Feuer auch schnell löschen können, jedoch geriet er beim Griff nach den überall verteilt stehenden Wassereimern ins Straucheln, prallte gegen den ersten Eimer, welcher seinerseits eine Kaskade auslöste, an deren Ende sich zwar das Wasser aller Eimer auf dem Boden, nicht aber in der Nähe des Feuers befand. Der Anblick seines im lichten Schein der Flammen erstahlenden Lebenswerks dürfte das letzte sein, was '''Kretzmann''' zu seinen Lebzeiten sah und der Überlieferung nach, hörte man laut aus den Flammen seine Schreie: "Kretzmann baut sie wieder auf! Kretzmann baut sie wieder auf! Kretz... Kretz... Kretz...." bis die Rufe langsam verklangen. Als die Flammen gelöscht worden waren, fand man die verkohlten Überreste '''Kretzmanns'''. Den Spuren nach zu urteilen, war er bei der Flucht vor den Flammen auf dem Wasser erneut ausgerutscht und hatte so den Weg nach draußen nicht mehr geschafft. | ||
Erst Jahre später wurde in '''Lehmbrück''' wieder eine neue Schmiede erbaut - weit weg von dem bisherigen | Erst Jahre später wurde in '''Lehmbrück''' wieder eine neue Schmiede erbaut - weit weg von dem bisherigen Platz. Der Ausspruch '''Kretz''' jedoch ist weit über die Grenzen des Dorfes bekannt und in der Baronie ein geflügelter [[Traditionen|Ausdruck]] geworden. | ||
Aktuelle Version vom 23. Mai 2022, 13:09 Uhr
Kretzmann war der Rufname des Lehmbrücker Schmieds Dorlach Kretzerich, welcher vor einigen Jahren gestorben ist.
Biographie
Nicht nur in Lehmbrück, sondern auch in den umliegenden Gegenden kannte man Kretzmann als zuverlässigen und durchaus talentierten Schmied, welcher qualitativ hochwertige Hufeisen, Pflüge und weitere Arbeitsutensilien herzustellen wußte. Über die Grenzen hinaus bekannt wurde Kretzmann allerdings für sein außergewöhnliches Pech, welches ihn Zeit seines Lebens verfolgte. Aufgewachsen als der Sohn des Lehmbrücker Schmieds, war Kretzmanns Werdegang vorherbestimmt. Unter seinem Vater lernte er das Handwerk von der Pike auf und übernahm nach dessen Tod auch die alte Schmiede, welche bereits damals (durch Unwetter und den Zahn der Zeit) in einem erneuerungswürdigen Zustand gewesen war. So war es zwar tragisch, nicht aber ungewöhnlich als durch einen nächtlichen Blitzeinschlag das Gemäuer Feuer fing und bis auf die Grundpfeiler abbrannte. Kretzmann, ein Mann der Tat, fing direkt am nächsten Tag an, die Trümmer abzureißen und errichtete im Verlauf nur eines Jahres mithilfe einiger Freunde und Verwandten eine neue Schmiede, in der er seiner Profession nachgehen konnte. Leider war ihm das Schicksal nicht hold und nur fünf Jahre nach diesem Unglück wurde Lehmbrück Opfer eines feigen Angriffs von Wilden, welche des Nachts über das Dorf herfielen und alles nahmen, was nicht nied und nagelfest war. Zum Glück für die Einwohner regnete es in dieser Nacht recht heftig, so dass die Niederbrennung des Dorfes misslang. Lediglich die Schmiede fiel den Flammen zum Opfer, weil sie aufgrund der vergangegen Erfahrungen besonders beständig gegen Niederschlag gebaut worden war und der Regen die gelegten Flammen nicht rechtzeitig löschen konnte. So kam es, dass innerhalb weniger Jahre die Schmiede zum zweiten mal aufgebaut werden musste. Und auch, wenn Kretzmann sichtlich gezeichnet von diesen Schicksalsschlägen war, so erstand bald wieder eine neue Schmiede aus den Ruinen. Doch erneut spottete das Schicksal über den Schmied und so erfolgte eines Tages ein heftiger Funkenflug der Esse und die Holzplanken des Daches gerieten in Brand. Zwar entwickelte sich der Brand nur langsam und normaler Weise hätte Kretzmann das Feuer auch schnell löschen können, jedoch geriet er beim Griff nach den überall verteilt stehenden Wassereimern ins Straucheln, prallte gegen den ersten Eimer, welcher seinerseits eine Kaskade auslöste, an deren Ende sich zwar das Wasser aller Eimer auf dem Boden, nicht aber in der Nähe des Feuers befand. Der Anblick seines im lichten Schein der Flammen erstahlenden Lebenswerks dürfte das letzte sein, was Kretzmann zu seinen Lebzeiten sah und der Überlieferung nach, hörte man laut aus den Flammen seine Schreie: "Kretzmann baut sie wieder auf! Kretzmann baut sie wieder auf! Kretz... Kretz... Kretz...." bis die Rufe langsam verklangen. Als die Flammen gelöscht worden waren, fand man die verkohlten Überreste Kretzmanns. Den Spuren nach zu urteilen, war er bei der Flucht vor den Flammen auf dem Wasser erneut ausgerutscht und hatte so den Weg nach draußen nicht mehr geschafft. Erst Jahre später wurde in Lehmbrück wieder eine neue Schmiede erbaut - weit weg von dem bisherigen Platz. Der Ausspruch Kretz jedoch ist weit über die Grenzen des Dorfes bekannt und in der Baronie ein geflügelter Ausdruck geworden.